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TMSV – Innamind Promomix (September 2018)

TMSV hat bald eine EP auf Innamind draußen, die mein Herz mal wieder auf 140 BPM höher schlagen lässt. Sein Stil ist einfach seit seinen letzten Releases unverkennbar. Tief, meditativ und musikalisch interessant und ansprechend. So klingt dann auch sein Promomix für Innamind: Vibes auf 140 BPM. Wie gut das er dieses Wochenende in Berlin auflegt und wir das live hören und sehen können!

Moresounds – Warriah VIP [Astrophonica]

Ich sagte es bereits, aber wiederhole es gerne noch einmal: Moresounds ist der König der Remixe, selbst wenn es um seine eigenen Tunes geht. Warriah habe ich nach dem Erscheinen der Gradients Compilation rauf und runter gespielt, diese Mischung aus Halfstep und Jungle geht einfach sowas von in die Füße und nach vorne, ein Allround Tune, der immer funktioniert.

Nun gibt es eine für Moresounds typische VIP Version des Hits mit ausgedehnten Vocal Samples noch mehr Stakkato Jungle Breaks und noch etwas mehr Drive. Schön wie Fracture seine Astrophonica APHALTD Serie fortsetzt, die mit dem Design von UTILE Studio echt was her machen.

FFRW – Send In The Wolf (September 2018)

Das Duo FFRW und ihre Eat The Bass Crew machen schon seit langer Zeit Parties in Berlin und legten als DJ Duo auf diversen Festivals auf. Mit ihrer Partyreihe sorgen sie dafür, dass die Underground- und DIY-Kultur dem Berliner Partyleben nicht ganz abhanden kommt, jeder der schon einmal auf einer ihrer Sausen war, wird das sicherlich bestätigen können.

Dazu tragen auch ihre Mixe bei, die ich mir immer regelmäßig bei erscheinen anhöre. Jedes mal sind sie vollgestopft mit genreübergreifender, genialer Bassmusik, bei der selbst ich alter Nerd öfter mal nach einer ID fragen muss. Und dazu dann noch trotz der vielen vertretenen Stile immer schön im Flow gemixt, alles handselektiert, auf 2 Plattenspielern und mit Vinyl. Finde ich ja heutzutage schon erwähnenswert… ;) Ihre neueste Mische ist mal wieder ein wunderbares Beispiel, weshalb ich sie euch auch wärmstens empfehle.

Seahorse – BCSM001 EP

Basscomesaveme aus Erfurt kennt ihr ja mittlerweile sicherlich schon durch ihre Podcast Reihe, ihren Blog oder den Webshop. Nun starten sie auch ihr eigenes Vinyl Label und haben sich für die erste EP vier Tunes von Seahorse aus München gesichert. Der macht schön tiefen, rootslastigen Dubstep und alle vier Tunes dieses Releases gefallen mir außerordentlich gut. Wirklich eine gelungene Hommage an die Soundsystem Kultur, die Basscomesaveme ja auch perfekt repräsentieren. Release Date ist der 21. September, alle vier Tracks kann man allerdings bereits bei Soundcloud anhören.

Om Unit – Tahatan (O$VMV$M Redux) [Cosmic Bridge]

Das Self Album von Om Unit war ja nicht gerade gefüllt mit Dancefloor Smashern, was ich aber ehrlich gesagt auch nicht erwartet hatte und was auch ein Grund ist, warum ich es immer mal wieder einfach durchlaufen lassen kann. Der einzige wirklich Dancefloor taugliche Track war eigentlich nur die Jungle Nummer Twilight. Irgendwie hatte ich jetzt aber dementsprechend erwartet, dass Om Unit für die Remix EP Künstler aussuchen würden, die das Album ein wenig mehr in die Clubs zurückholen. Tja, Pustekuchen. Om Unit wäre nicht Om Unit wenn er mich als Hörer und Fan nicht hin und wieder überraschen würde. Und so hat er Artists ausgewählt, die vier Stücke seiner LP noch weiter weg von der Tanzfläche holen, als sie es vorher bereits waren.

Einen ganz großartigen Job machen hier Neek und Jabu vom Young Echo Kollektiv, die hier unter ihrem Pseudonym O$VMV$M den Track Tahatan noch weiter reduzieren. Und dabei schaffen die beiden eine so intensive und dichte Stimmung, dass ich mir den Track in Dauerschleife anhöre um annäherend drauf klarzukommen. Wirklich einzigartiger Sound irgendwo zwischen Ambient und Downbeats angesiedelt, mit ganz viel Seele und Sounds die direkt das innere Auge stimulieren.

 

Vorbestellen könnt ihr die EP ab sofort auf der Cosmic Bridge Bandcamp Seite, die anderen drei Remixe stammen von dBridge, SKRS und Sorrow.

Interview: Maltin Worf [Defrostatica Records]

Am 24. August erscheint die zweite EP von Maltin Worf auf Defrostatica. Der Dresdner Produzent liefert damit seinen ganz eigenen Soundtrack zum Leben in der Stadt und den Einflüssen die uns dabei umgeben. Ich habe mir mal die Zeit genommen ein bisschen genauer nachzuhaken, was es damit auf sich hat.

 

Du hörst sicherlich viele Komplimente zu deinem Artist Namen. Wie kamst du darauf? Bist du ein “Trekkie”?

Neulich bekam ich sogar erst eine Mail mit „hottest name in the game“ haha. Eines Abends kam ich auf die Idee zwei Buchstaben meines Namens zu tauschen. So war der Name Maltin Worf geboren. Ich fand das echt spacey. Die Brücke zu Worf fiel mir dann auch auf. Ich habe als Kind gern mal Star-Trek geschaut und hatte auch eine Worf-Actionfigur. Aber ich muss gestehen, dass ich leider kein Trekkie bin.

In vielen Promotexten zu dir liest man von dem ominösen Laptop Battle an dem du teilgenommen hast. Wie lief das ab? Was hat dich dazu bewegt mitzumachen? War es eine harte Herausforderung?

2012 bekam ich eine Teilnahmeinladung von den Veranstaltern des Laptopbattles Dresden. Ein Bekannter hatte mich empfohlen. Ich war ziemlich hungrig und hatte schon eine Weile Bock auf diese Sache, da ich schon früher gern gebattled habe. Erst waren es Freestylerapbattles, später Online-Beatbattles und 2011 war ich durch einen Homie auch mal beim Beat M Up in Rotterdamm. Also zögerte ich nicht lange, fragte nach dem Reglement und wurde darüber aufgeklärt: 8 Teilnehmer bekommen eine Woche vor der Veranstaltung ein Samplepack, welches ausschließlich benutzt werden darf. Jeder Produzent muss/ sollte dann 3 Tunes à 3 Minuten produzieren. Für die Performance am Veranstaltungsabend darf ein Midikontroller der Wahl eingesetzt werden. Die Kontrahenten treten dann nach der Auslosung im K.O.-Verfahren gegeneinander an. Die Jury entscheidet wer eine Runde weiter kommt. Die ersten beiden male schaffte ich es nur auf den zweiten Platz, weswegen ich nochmal Teilnehmen durfte. Schließlich gewann ich dann 2014 bei meiner dritten Teilnahme. (Da Cuthead die ersten Laptopbattles in Folge gewonnen hat, gab es die Regel dass Gewinner nicht mehr Teilnehmen können haha.) Es war auch tatsächlich eine harte Herausforderung, da ich die Sounds in meinen musikalischen Kontext bringen musste und es nur eine Woche Zeit gab. Allerdings konnte ich dadurch auch eine ordentliche Portion dazu lernen was Sound-Design mit Samplern angeht. Es hat meinen Produktionshorizont enorm erweitert.

Du bist ja sowohl „live“ als auch als DJ unterwegs. Was ist dir lieber? Ein Live Set oder ein DJ Set? Wo sind die Vorteile?

Mittlerweile spiele ich lieber DJ-Sets. Da habe ich musikalisch mehr Möglichkeiten und bin nicht nur auf meine eigenen Sachen angewiesen. Meine Live-Sets waren ansich auch wie DJ-Sets, nur mit eigenen Tracks die ich als Stems “mixte” und dadurch mehr Eingriffsmöglichkeiten hatte. Ein weiterer Vorteil ist auch, dass die Tunes gar nicht fertig sein müssen und es auch weniger auffällt, wenn der Sound nicht sooo tight ist. Mein Launchpad triggerte die Stems und meine MPD32 war dann sozusagen das Effektboard. Da ich aber nicht der schnellste Mensch im produzieren bin/ war, musste ich dadurch sehr oft die gleichen Sachen hören und spielen. Irgendwie hat mich das auf Dauer nicht mehr so befriedigt. Das brachte mich zu dem Entschluss nicht nur zu produzieren sondern auch aufzulegen. Ich musste mir auch die Frage stellen, was ich Live machen will und was ich machen kann. Da hat mir das bisherige nicht so sehr ausgereicht und ich wollte auch schon bei meiner Linie bleiben. Ein weiterer Grund für das Auflegen war, dass es nur wenig Leute gibt die “meinen Film” auflegen, haha. Da kam wieder der DIY-Gedanke insSpiel. Ich dachte auch so hätte ich die Möglichkeit ein wenig mehr Musik zu spreaden. Aber ich werde in Zukunft sicherlich auch mal wieder den einen oder anderen Live-Act spielen. Jedoch habe ich mehr Lust das eher losgelöst vom klassischen Partykontext zu machen, um mich da auch freier zu fühlen und eher als Musiker verstehen. (Mit welchem Begriff ich mich auch am meisten identifizieren kann. 😊) Aber unter’m Strich lässt sich sagen, dass ich sehr viel Liebe für beide Dinge habe.

 

Der Pressetext zum Defrostatica Release beschreibt dich als “B-boy at heart”. Damit passt du ja perfekt zu dem Label und seiner Suche nach B-boy Einflüssen in der elektronischen Musik, oder?

Ich freue mich darum sehr darüber dass ich ein Label und ein musikalisches zu Hause gefunden habe, mit dem ich mich sehr identifizieren kann und das auch nicht nur auf musikalischer Ebene. Tina & Rob sind zwei wirklich tolle Menschen und ich freue mich, dass ich auf diesem Wege auch neue Freunde gefunden habe. Meinen B-Boying-Backround habe ich sogar erst letztens erwähnt. Es war also auch keine „Zugangsvoraussetzung“ haha. Aber manche Dinge ziehen sich ja bekanntlich an.

Aber um auch mal kurz auf den Backround einzugehen: Breakdance war mein Tor zur Hip-Hop-Welt. Da erfuhr ich auch erstmal dass es sowas wie Battles gibt. Das fand ich ganz schön geil. Von da an spazierte ich durch die verschiedenen Elemente und cypherte, forderte andere heraus, forderte mich heraus, gewann und verlor. Das fühlt sich heute an wie ein kleines Heiligtum. Nach meiner kleinen, beendeten B-Boying Episode war ich trotzdem immer wieder fasziniert von verschiedenen Tanzformen mit Hip-Hop-(Kultur)-Charakter von Clowning & Krumping, über Blood- & Cripwalking, bis ich dann auch irgendwie auf Footwork gekommen bin. Ich hoffe das beantwortet die frage, haha!

“City of Meth” ist jetzt nicht der schönste Titel für deine Heimatstadt Dresden. Wie kamst du auf den Titel?

Die Bezeichnung schwirrte schon lange in meinem Kopf herum. Ich war inspiriert von den städtischen Umständen und die sich häufenden Nachrichten zum Thema Meth in Dresden. Der Artikel über die hohen Crystal-Rückstände im Dresdner Wasser hat mir den Namen letztendlich zufliegen lassen. Zu dieser dystopischen Vorstellung einer Stadt haben dann noch die montaglichen „Spaziergänge“ Perfekt gepasst. Ich kam mir vor wie ein Beobachter, der nichts machen kann, gefangen in einer ziemlich düsteren Stadt. Mein persönlicher Struggle hat die ganze Sache dann noch abgerundet.

Warum die Einteilung in zwei EPs? Gab es da ein Konzept? Ihr hättet ja auch ein Album draus machen können… ;)

Ursprünglich war nur eine EP geplant. Als ich dann am Anfang des Jahres von Rob & Tina nach einem Tune für die „Future Sound of Leipzig“- Compilation gefragt wurde, habe ich gleich ein Paar hingeschickt. Dann habe ich mal ‘ne Runde mit Robert geskyped und er machte mir den Vorschlag die neuen Tunes auch zu Releasen und für die Platte zu nehmen. Daraus machten wir dann am Ende Teil I und Teil II. Das bot sich auch an, da die Tracks mit sehr verschiedenen Mindsets entstanden sind. City of Meth I stammt aus einer Zeit in der ich mich etwas außerirdisch fühle. Ich lebte einen Struggle mit mir und meiner Umwelt. Wohingegen Teil II in einer Zeit meiner persönlichen Versöhnung und von Neubeginn entstanden ist.

Was denkst du können Drum & Bass Producer von Footwork lernen? Was können Footwork Producer von Hip Hop lernen?

Ich kann garnicht mal sagen wer von wem was lernen könnte. Ich habe das Gefühl, dass sich diese Genres ohnehin gegenseitig an einigen Ecken beeinflussen. Wobei für mich gefühlt Hip-Hop die Base ist. Bei mir entscheidet meistens auch eher der Vibe und auf welche Riddims ich gerade mehr bock habe. Das bezieht sich sowohl auf mein Hören als auch mein Produzieren (wo ich gern dazu lerne).

Siehst du dich mit deinem Sound in einer Nische? Frustriert das manchmal?

Für mich ist das was ich mache eigentlich immernoch Hip-Hop, nur in einer aufgebrochenen Form. Das ist das, was ich früher auch an der LA Beatscene so geil fand. Dass ich mich in einer Nische befinde merke ich dann nur durch das, was musikalisch um mich herum passiert oder eben nicht passiert. Das hat mich auch lange Zeit sehr frustriert und mir viel Energie geraubt, auch gerade im Bezug auf Dresden. Ich hatte ein starkes Gefühl von musikalischer Einsamkeit (was meinen Geschmack und das Produzieren angeht). Doch dank dem Internet und meinen Anschluss an Leipzig wusste ich auch stets dass ich kein Alien bin. Heute beschäftige ich mich auch nicht mehr mit dem was nicht ist und sehe das Negativ, sondern beschäftige mich mit dem was ist , sehe das Positiv um meine Energie daraus zu schöpfen. Also zumindest gebe ich mein bestes das zu versuchen, haha. Mittlerweile sehe ich es als etwas Besonderes mich in einer „kleinen“ Nische mit einer coolen Community zu bewegen.

Meinst du Footwork wird es noch weiter in den Mainstream / deutsche Clubs schaffen? Im Moment geht meiner Meinung in der Richtung nur was  wenn Teklife drauf steht…?!

Ich würde mich echt darüber freuen. Aber ich kann da echt keine Prognose treffen. Ich rätstel da schon seit ein paar Jahren. Wir sollten aber die Hoffnung nicht aufgeben.

Wie sieht das mit Parties in Dresden in der Richtung aus?

Leider sieht das auch eher Mau aus. Aber Dresden verhält sich da auch sehr schwer mit Parties, die sich nicht im (derzeitigen) subkulturellem Mainstream oder den altbewährten Genres bewegen. Eine Entwicklung sehe ich da leider auch nicht. Der Мainstream möchte leider keinen Raum schaffen (z.B. durch Bass-Sidefloors). Das macht es der Musik auch noch schwerer sich mehr zu etablieren. Es gibt aber auch ein paar Crews die ab und an etwas davon beimischen. Das ist sicherlich der auch Platz für Shout outs haha. Also gehen die raus an Funkey Monkey, Deeper Access, FormerCity Records, das N-ICE Kollektiv und Infinite Sequence. <3

 

Die neue 12″ auf Defrostatica könnt ihr wie immer bei Bandcamp pre-ordern und anhören.

 

 

 

Mesck – Doomsayer EP [TRSK 003]

Trusik, damals als Bassmusik Blog gestartet, haben mittlerweile ihr drittes Release am Start. Bereits seit Release 001 von Headhunter setzen sie auf Vinyl und Digital Releases, die neue EP (produziert von Mesck aus Denver) wird auch in diesen beiden Formaten erhältlich sein.

Der Titel und das Cover der EP lassen es bereits erahnen, auf der Doomsayer EP geht es düster zu. Mesck verlässt sich auf seinen rumpelnden, dunklen und tiefen Bass, der von harten Snares und klickenden Percussions immer wieder durchbrochen wird. Psychodrama ist dann eins dieser Dubstep Stücke mit psychadelischer Melodie und angsteinflößenden Vocal Samples, zusammen mit Kālī geht es dann etwas trappiger zu, während Pills & Chains dann wieder mit distorted bass und Trademark Snare aufwartet. Release Date ist übrigens heute, die Platte bekommt ihr bei Unearthed.