Category: Kaufempfehlung

A.Fruit – Obsession [Med School]

Nach EPs und Tracks für Teklife, Hyperboloid oder zuletzt Rua Sound ist A.Fruit nun auf dem Med School Label gelandet und präsentiert uns dort ihre Obsession EP. Der Titel bezieht sich auf das intensive Auseinandersetzen mit anderen Menschen und ihren Sounds bzw. Herangehensweisen an die Musik.

Zu den Footwork Anleihen gesellen sich immer mehr Breakbeats, welche auf 160 BPM einen perfekten Bogen zu (modernen) Jungle Produktionen spannen und sich so perfekt in die aktuellen Playlists einschleichen. Auch kommt bei den fünf Tracks wieder Anna’s Liebe zu Details und ausgefeilten Melodien zum Tragen, am besten zu hören wohl bei Please, Arrive und Music Lasts Forever. Mein Liebling ist Bright Spot, bei dem ein immer wiederkehrendes Vocal auf stotternde Breakbeats und einen subtilen Sägezahnbass treffen. Die EP ist ab sofort bei Hospital im Shop oder Bandcamp erhältlich.

Silent Dust & Dominic Ridgway / Silent Dust & Hathor – Don’t Think / Mirrored [NSY032]

Für das nächste Release auf ihrem eigenen None60 Imprint haben sich die Labelbosse Silent Dust mit dem Londoner Drum & Bass Produzenten Dominic Ridgway und (für die B-Seite) mit Hathor aus Litauen zusammengetan. Die beiden Kollaborationen entstanden komplett online in einem “virtuellen Studio” wie Silent Dust es formuliert haben. Zu hören gibt es tiefen Drum & Bass mit vielen Flächen und inspirierenden Vocal Samples, bei denen schöne Melodien vom tiefen Bass getragen werden. Wie immer werden die kurzen Clips auf soundcloud den tatsächlichen Tracks nicht gerecht, die auf knapp sechs Minuten dann noch einmal einen ganz anderen Klangteppich ausrollen und eine tiefere Atmosphäre verbreiten können, als auf zwei Minuten Spielzeit.

Silent Dust haben gerade auch einen neuen Podcast am Start, den ich auch wirklich an’s Herz legen möchte, nimmt er einen doch auch so richtig schön mit auf eine tiefe Reise durch die Welt des Drum & Bass.

 

 

Crypticz – Patterns EP

Crypticz ist nun auch unter die DIY Produzenten gegangen und veröffentlicht diesen Freitag seine erste EP im Eigenvertrieb. Er hat sich dazu entschieden sie als limitierte CD, Vinyl und als Download anzubieten, die Vinyl war wirklich sehr limitiert und ist dementsprechend schon ausverkauft. Das großartige Artwork gibt es aber beispielsweise noch als Poster.

Stilistisch macht er da weiter, wo seine Cosmic Bridge EP aufgehört hat, atmosphärische Soundwelten treffen auf tiefen Bass und werden immer wieder von Dub Elementen umwoben. EInzig Pathfinder Riddim sticht ein wenig heraus, nimmt er sich auf diesem Track doch die Soundästhetik von Weightless Grime vor und transferriert sie gekonnt auf sein Tempo. Crypticz ist ein Genie was Melodien angeht, so dass die sechs Tracks umfassende EP eine wirkliche Reise darstellt. Kaufen kann man die EP wie gesagt bei Bandcamp.

Various – Worst Behavior Vol. 2

Die Worst Behavior Crew aka Anna Morgan und Bell Curve aus New York hat gerade ihre zweite Compilation veröffentlicht und die hat es in sich kann ich euch sagen. Wieder einmal setzen die beiden auf Urban Bass Music als Oberthema, ohne sich dabei komplett auf ein Genre beschränken zu wollen. Die meisten der Tracks fungieren dann auch eher als Hybride der Clubsounds und lassen sich gar nicht genau diesem einen Genre zuordnen. Posij eröffnet die Compilation mit einer gelungenen Mischung aus sich immer wiederholenden Piano Stabs, die dann mit einem minimalen Halfstep Beat gepaart werden, bei dem die Snare ganz klar die Richtung vorgibt. Wunderbar, wie hier alle Elemente im Flow den Song tragen. A.Fruit setzt auch auf Piano Sounds, die ganz überraschend zum Tracktitel doch eher fröhlich und gar nicht stressig daherkommen. Liegt vielleicht auch daran, dass sie das Footwork Tempo von 160 BPM im Intro zunächst halbiert. Danach dann ordentlich Vocal Stückchen in Dauerschleife und ein gnadenlos schneller, anheizender Rhythmus. Die Kollabos von Nikes & Sharawi und Samurai Breaks & Harka lassen es jeweils auch überhaupt nicht ruhig angehen und liefern beide rasanten Footwork Jungle voll auf die 12 ab. DJ Madd und Jon1st kannte ich so als Kombi noch nicht, klappt aber sehr gut diese Verbindung aus rootslastigen Jungle Sounds von Madd und einer von Jon’s genialen Synthie Melodien. Neuropunk & DJ Lucky haben sich mit ihrem Track ganz klar dem klassischen Chicago Footwork Sound verschrieben, die Toms rummeln nur so vor sich hin, die Melodie wird beinahe vom Acid zerfressen und dann kommen auch schon die Claps voll auf 4/4. A-0 und OOTW konzentrieren sich auf Jungle Elemente, die sie aber soweit reduzieren und immer wieder auf “halbem Tempo” laufen lassen, dass es kurze Verschnaufpausen gibt, sollte es doch einmal zu stressig werden. Ani Klang liefert mit (once at a time) eine sehr düstere Warehouse Rave Nummer ab, bevor dann Walters mit einer trancigen Jungle Nummer die Compilation abschließen darf.

Unten könnt ihr in alle Tracks reinhören, die Compilation bekommt ihr als Download über Bandcamp.

Amon Tobin – Fear in a Handful of Dust [Nomark]

Amon Tobin hat gerade sein erstes Album seit acht Jahren angekündigt und den ersten Track kann man bereits bei Bandcamp anhören. Anscheinend ist er seinen (Knebel?) Vertrag bei Ninja Tune los und hat sein eigenes Label am Start (Nomark, Amon rückwärts, plus rk, wofür das steht dürfen wir jetzt rätseln?!), wo die LP dann auch erscheinen wird.

On a Hilltop Sat the Moon klingt für mich sehr typisch nach Amon Tobin in Bestform, große Melodien treffen auf geniales Sounddesign und interessante Beatstrukturen. Alles irgendwie organisch und trotzdem nicht altbacken. Die Tracklist sieht allein von den Namen jetzt erstmal sehr gut aus, bei manchen Titeln musste ich schon sehr schmunzeln. Bisher gibt es nur einen Pre-order für die digitale Version, ich bin mir aber sicher da kommt noch eine Vinyl Edition. Release Date ist der 26. April.

Pzg & Dubsknit – We Rob Rave 3 [Suck Puck Recordz]

Die beiden haben es wieder getan! Nach den zwei ersten erfolgreiche We Rob Rave Alben, auf denen PZG und Dubsknit aus Polen Old School Rave Hymnen mit Footwork mixten sind sie nun mit Teil 3 am Start. Die Mischung, die sogar hartgesottene Berliner Techno DJs zu Lobeshymnen veranlasst hat, funktioniert auch hier wieder perfekt und macht ordentlich Laune!

Das Album kann man ab sofort bei Suck Puck Recordz vorbestellen, Release Date ist der 26. Februar 2019.

Silk Road Assassins – State Of Ruin [Planet Mu]

Seit ihrem ersten Release auf Coyote Records bin ich ein riesen Fan von den Silk Road Assassins. Sie nehmen Einflüsse aus aktuellen (UK-) Sounds wie Grime, Dubstep, Trap oder Hip Hop und haben sich damit über die Jahre einen sehr eigenen Stil erarbeitet. Klar, bei einem Trio wo alle Akteure auch als Solo Artists unterwegs sind ist der Output oft nicht so hoch, aber die fast drei Jahre Wartezeit auf State of Ruin haben sich definitiv gelohnt. Chemist, Tom E. Vercetti und Lovedr0id explorieren dabei die oben genannten Genres, lassen sie aber immer in einem Schmelztiegel aus Bass versinken. Und dabei legen sie immer einen großen Fokus auf (melancholische) Melodien, welche sich durch die komplette LP ziehen und ihm einen ganz eigenen Sound geben. Das Feature von Kuedo passt da perfekt in’s Bild, der ja selbst ein Meister dieses Fachs ist. Mal wird es ein wenig noisy, wenn WWWINGS auf ein Feature vorbeischwingen, mal deutlich in Richtung Grime, auch wenn das Feature von UK Drill MC K9 dem Instrumental gewichen ist. Passt aber meiner Meinung auch perfekt auf ein Album, welches sich komplett mit instrumentalen Beats beschäftigt. Lieblinge sind Split Matter, Saint (!) und Feeling Blu, auch wenn ich hier dazu sagen muss, das mir wirklich jeder einzelene Track auf State of Ruin gefällt. Das Album ist damit jetzt schon heißer Anwärter auf den Titel Album des Jahres, ich werde die 14 Tracks auf jeden Fall sehr häufig hören.

Beim Self Titled Mag erzählt Lovedr0id übrigens eine Menge über den Entstehungsprozess des Albums und der Tracks.