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Maltin Worf – Sequel One Podcast #057 (Juli 2018)

Maltin selektiert genau die richtigen Tracks für einen Mix voller Sommervibes auf 160 BPM und das lässt mein Herz höher schlagen. Wirklich eine richtig guter Mix, den er da für Sequel One zusammengemischt hat. Sollen wohl auch Tracks seiner City of Meth II EP drin enthalten sein, die bald auf Defrostatica erscheinen wird.

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Maltin Worf – City of Meth I EP [Defrostatica]

Maltin Worf war ja bereits mit einem Track auf der Future Sound of Leipzig Compilation des Defrostatica Labels vertreten, nun gibt es eine eigene EP mit fünf Tracks direkt hinterher. Auf der City of Meth I EP verbindet er gekonnt verträumte Melodien und diese gewisse “LA Beats”-Ästhetik mit Breakbeats und Footwork Rhythmen. Wieder einmal haben TINA und Booga es geschafft einem Artist Tracks in seinem Trademark Sound zu entlocken, die aber dennoch voll und ganz zu der Breakbeat Vision von Defrostatica passen. Mein Geheimtipp ist Warp, der vielleicht am wenigsten von den fünf Tracks auf den Dancefloor schielt, mir aber gerade deshalb so gut gefällt! Die EP ist ein Appetizer für Maltin’s zweite EP für das Leipziger Label, die dann im Sommer auf 12″ erscheinen wird. Diese hier gibt es als “pay what you want”-Download exklusiv bei Bandcamp.

Various – Future Sound of Leipzig [DICC001]

Beim letzten Release auf Defrostatica (die EP von Schmeichel) schrieb ich noch, dass TINA und Booga sich nun wieder vermehrt um die lokale Szene ihrer Heimatstadt kümmern. Prompt kommt das nächste (Mutanten) Mammut-Projekt an den Start. Eine Compilation namens Future Sound of Leipzig, auf der 17 Tracks von 19 Artists zu finden sind. Da so viele Tracks schwer auf Vinyl unterzubringen sind, gibt es dieses Mal CDs oder halt den Download zu kaufen.

Zu hören gibt es also die Zukunftsmusik aus Leipzig, Defrostatica hat sich bei einigen Newcomern aber auch alteingesessenen Artists umgehört und dort wahre Schätze entdeckt. So gibt es Footwork Tracks von Alec, DJ YumYum, Mute-ation oder SicStyle, Jungle von Maltin Worf oder RUZ oder Halfstep von KJUBI oder BRKN1. Und dazwischen immer mal wieder mutierte Bassmusik, die sich nirgendwo so recht einordnen lassen will, aber trotzdem wunderbar ihren Platz findet. Abgerundet wird die Compilation durch zwei Remixe von LXC und Labelchef Booga, die die ersten Releases auf Defrostatica im Remixgewand noch einmal neu auferstehen lassen.

Das Release wird heute in der Distillery zelebriert, wo eine Record-Release-Party stattfindet, auf der nahezu alle Künstler/innen der Compilation vertreten sind. Supporten könnt ihr das Release via Bandcamp, wo ihr die Compilation als CD und im digitalen Download kaufen könnt.

 

Schmeichel – Alteration EP [DICA 006]

Nach Exkursionen in die weltweite Drum & Bass- und Footwork-Szene und der Suche nach Einflüssen der B-Boy Kultur in heutigen Produktionen von Artists wie Digital, Fanu oder Sinistarr, kehrt das Defrostatica Label wieder in seine Homebase zurück. Und die liegt ja bekanntermaßen in Leipzig. Dort ist nämlich auch Schmeichel beheimatet, der für die nächste EP auf dem Label von TINA und Booga verantwortlich ist. Wenn man sich aufgrund der Studionähe oder im Lieblingsplattenladen (wo heute auch das Release gefeiert wird) öfters über den Weg läuft ist das anscheinend kein Nachteil und so war ein Release auf Defrostatica unausweichlich.

Auf seinen fünf Tracks fusioniert Schmeichel Einflüsse aus Footwork, Electro und Ghetto House genauso wie breakbeatgeschwängerte UK Tracks oder cleane Ambient Nummern.
Letzteres wird besonders auf dem Opener Evidence deutlich, der sich ganz viel Raum und Zeit nimmt und von einer wunderbaren Melodie getragen wird. Immer mal wieder nimmt er Anlauf und es wird ein wenig hektischer, nur um dann wieder langsam runterzufahren und eine entspannte Grundstimmung aufrecht zu halten. Bei IKillWantU wird ganz genretypisch ein Vocal Sample zerhackstückelt, durch Filter gejagt und welches uns durch die ganzen sieben Minuten des Tracks begleitet. Zusammengehalten wird das ganze durch zischende Hihats und einen taktegebeneden Rimshot. Bei Talkin und Uhhhwheeee (das Om Unit bereits als Intro seines Minirig Mixtapes diente) gilt mal wieder die alte Faustformel: Weniger ist mehr. Schmeichel verlässt sich auf die gezielte Wirkung einiger Samples und erschafft damit Tracks, die eine Geschichte erzählen. DoInIt passt perfekt ans Ende der EP, ist es doch quasi die musikalische Vertonung einer durchfeierten Clubnacht. Ganz dumpf und düster rollt der Bass direkt von Anfang an los, nur um sich dann ein paar Noten höher zu schrauben und von sonnendurchtränkten Pads abgelöst zu werden.

Irgendwo hatte ich was von “throwaway titles” gelesen, ich finde Schmeichel integriert hier perfekt die Footwork-Ästhetik (in der schon immer die Regel Sample=Tracktitel galt) in seine modernen Tracks und schafft somit perfekt eine Brücke zwischen abstrakten Chicago Sounds und (eventuell) leichter zugänglicheren Klängen aus dem Rest der Welt. Ich musste beim Durchhören unweigerlich an die DICA002 von Kator denken. Auch dort war so viel Raum und Platz und trotzdem funktionieren die Teile im Club. Kein Wunder eigentlich, war die EP doch der Auslöser für Schmeichel auch selbst 160 BPM Tracks für Defrostatica zu produzieren. Schön, dass wir sie das Ergebnis nun anhören dürfen!

Various – Rogue Style 2 EP [DICA 005]

Das Defrostatica Label aus Leipzig macht sich weiter auf die Suche nach Verknüpfungen und Brücken von internationaler B-Boy Kultur in modernen Drum & Bass und Footwork Tracks. Fündig geworden sind sie diesmal bei Tracks von Jungle Urgestein Digital, der mit seinem Uprock einen treibenden Drum & Bass Tune mit ordentlich Old School Referenzen abliefert. 6Blocc, Calculon und Shamanga lassen dann ordentlich die (Breakbeat) Fetzen fliegen und liefern damit für mich den heimlichen Hit der EP ab. Fanu konzentriert sich ganz auf die Kraft der Machinedrum als Drummachine, ohne deren Einsatz als “Instrument”, Hip Hop und B-Boy Tracks wohl undenkbar wären. Dazu gibt es dann eine finnisch unterkühlte Understatement Melodie und das ein oder andere bekannte Sample. Agzilla beginnt seinen Tessellation Track ganz ruhig und melodiös, nur um dann ab 2 Minuten ein Drumfunk Feuerwerk vom Stapel zu lassen, dass sich gewaschen hat.

Am besten unterstützt ihr das Label und kauft eure 12″ oder digitale Version direkt bei Bandcamp, von der Platte sind aber nur noch 5 Stück im hauseigenen Shop vorhanden. Man sollte also schnell sein! Und das Design mit der weißen Vinyl und dem oldschooligen Design passt so perfekt, da muss man nicht lange überlegen!

 

15. – 17.9. – Tief Frequenz Festival 2017 in Leipzig

Morgen führen alle Straßen nach Leipzig, der Stadt, die dieses Jahr das Tief Frequenz Festival ausrichtet. Gestartet vor gut drei Jahren als ein Zusammentreffen von Bassmusik Crews aus dem ganzen Land, hat sich das Event mittlerweile zu einem echten Festival des Subbasses gemausert, mit einem Line Up, dass es so wohl nur einmal im Jahr gibt.

In Leipzig wird zum ersten Mal in zwei Clubs gefeiert und genetzwerkt, Freitag werden die zwei Floors der Distillery übernommen, Samstag dann das So&So. Distillery ist ‘ne Bank, wisst ihr ja, das So&So soll auch sehr hübsch sein, ich bin mal gespannt. Das komplette Line Up sowie mehr Infos findet ihr auf der offiziellen Homepage oder bei It’s Yours. Ein Ticket für beide Tage kostet euch läppische 15 Euro, das finanzielle sollte euch also nicht von einem Besuch in Leipzig abhalten. Falls ihr noch Motivation braucht checkt das komplette Line Up oder hört euch die Podcasts an.

Mich findet ihr am Samstag auf dem zweiten Floor im So&So hinter den Decks, wo ich mit der Eat the Bass Crew zusammen auflegen werde.

Equal – Not Equal?

Die Ereignisse der letzten Woche haben mal wieder eins sehr deutlich gezeigt. Sexismus, Neid und Machogehabe sind in der Clubkultur und DJ Szene leider immer noch weit verbreitet und teils sogar “akzeptierte” oder geduldete Meinungen.

Paula Kittelmann hat zu diesem Thema einen sehr guten Artikel auf Mephisto veröffentlicht, bei dem sie mit Akteurinnen der elektronischen Musikszene gesprochen hat und sie zu dem Thema interviewt hat. Und weil meiner Beobachtung nach bei dem Thema auch so häufig wieder Männer als Erste diskutieren und sich am schnellsten zu Wort melden ist es interessant vier Meinungen von Frauen zu hören.

https://mephisto976.de/news/equal-not-equal-61091