Der nicht enden wollende Vinyl Hype

Bild via cratekings.

Ich habe hier schon häufig etwas über den Vinyl Hype und die Verkäufe von Schallplatten geschrieben, meistens allerdings nur um allzu euphorische Artikel zu relativieren oder mehr Hintergrundinformationen zu schnell verdaulichen News zu geben. Neulich machte ja die Neuigkeit die Runde, dass in der 48. Kalenderwoche 2016 in England erstmals mehr Geld für Vinyl ausgegeben worden ist als für Downloads. Diese an sich korrekte Information führte dann bei vielen dazu anzunehmen, dass die Verkäufe von Vinyl noch weiter angestiegen sind und einfach mehr Leute Vinyl kaufen. Was sich bestimmt im Jahr 2016 immer noch sagen lässt: Es gibt definitiv einen Vinyl Hype. Da muss man sich einfach nur mal die Plattensektionen bei Saturn / Mediamarkt / Urban Outfitters (die verkaufen dort jetzt Spice Girls LPs!) oder die Vinyl Releases von großen Labels und Künstlern wie bspw. Nine Inch Nails ansehen, die die letzten Jahre lieber auf Torrents als auf Vinyl gesetzt haben. Nur: man kann nicht einfach so aus den Zahlen der Entertainment Retailers Association schlussfolgern das der Hype und die Kaufkraft immer weiter zunehmen und Vinyl am Ende die Downloads vom Markt verdrängt. Das haben die Menschen beim MINT Magazin sehr schön und anschaulich erklärt:

In erster Linie verdankt die Vinyl-Welt diesen Etappensieg nämlich dem Umstand, dass das Streaming die um über 50 Prozent Umsatz rückläufigen Downloads fast komplett überflüssig gemacht hat. Es sagt eher viel über den immer noch aktuellen Stellenwert von Vinyl aus, dass es überhaupt so lange gebraucht hat, bis mit teuren Schallplatten mehr Umsatz erzielt wurde als mit verhältnismäßig günstigen Musikdateien. Daher lässt sich der vermeintliche Triumph der Schallplatte eher als Niederlage der Downloads gegen den längst übermächtigen Streaming-Gegner werten.

Weiter heißt es in dem Facebook Post:

Viel interessanter, und leider betrüblicher, ist hingegen eine Information von Mitte September diesen Jahres. Da verkündete die Recording Industry Association of America, kurz RIAA, dass die Vinyl-Verkäufe erstmals seit 2007 rückläufig sind. So wurden in den USA im ersten Halbjahr 2016 rund 9 Prozent weniger Vinyl verkauft als im gleichen Zeitraum 2015. Dass die Zahlen absolut betrachtet von 9,2 auf 8,4 Millionen Tonträger fielen, kann als Zeichen für eine allmähliche Sättigung des Markts gesehen werden. Aber auch diese News darf wiederum hinterfragt werden, denn vielleicht ist diese Delle in der Verkaufsentwicklung einfach nur auf die Tatsache zurückzuführen, dass im ersten Halbjahr 2016 weniger – oder inhaltlich nicht besonders relevante – LPs veröffentlicht wurden?

Was nun? Sättigung, weiteres Anwachsen des Vinyl Markts? Wir schauen mal was in 2017 so für Meldungen über Vinyl gemacht werden…

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