Noisia und der Album Leak

Die Neuigkeit, dass das neue Noisia Album, auf das ihre Fans sechs Jahre lang gewartet hatten, geleakt wurden, machte Anfang August die Runde. Wie die drei Jungs aus Holland damit umgingen, fand ich aber schon sehr bemerkenswert und deshalb hat das hier noch mal einen Post verdient. Ja, ich geb’s offen zu, ich habe mir den Leak auch heruntergeladen, ihn dann aber behandelt wie Previews des Albums. Hätten mich Tracks des Albums wirklich gekickt oder mir wirklich gefallen, hätte ich sie mir nach dem Durchhören sicherlich auch käuflich erstanden. War leider nicht der Fall, da Noisia auf Outer Edges Neurofunk in Bestform abliefern, ein Subgenre des Drum & Bass das mir nun mal gar nicht zusagt.

Nun aber zurück zum Leak an sich. Das die Arbeit, auf die man als Künstler jahrelang hingearbeitet hat und die auf einem Festival zum ersten Mal der Öffentlichkeit und den Fans präsentiert werden soll, in sekundenschnelle zu “News von gestern” degradiert wird, muss ein ziemlich großer Schock sein. Ziemlich schnell kann man da wütend auf die Person sein die das Album geleakt hat und die Fans, die es dann mir nix dir nix herunterladen. Das Trio ging einen anderen Weg und schrieb im offiziellen Statement:

Friday night, while we were in the final minutes of setting up the stage for our first ever Outer Edges show, we received the news that our album had been leaked. We think you can imagine how bad we felt at that moment. We realize it’s 2016, and things like these happen all the time. Still, it’s quite a setback. All the plans we’ve made have to be scrapped and replaced by something less ideal, because we have to react to this unfortunate situation.

Jeder, der das Album bei iTunes oder im Noisia Store vorbestellt hatte, bekam die neuen Tracks sofort als Downlaod bereitgestellt, sobald sie auf soundcloud ihre Premiere hatten. Das war schon mal ein ziemlich netter Move. Da nun auf einmal alle Tracks durch den Leak für jeden zu haben waren, entschlossen sie sich das komplette Album sofort als Downlaod in ihrem Webstore zu veröffentlichen. Ihre Fans waren so theoretisch nicht mehr auf den Leak angewiesen und konnten die LP oder einzelne Tracks direkt kaufen.

Anstatt also die eigenen Fans zu beleidigen oder zu betteln boten sie ihnen einfach die Option, das Album sofort zu kaufen und sie als Artists damit direkt zu unterstützen. Geht natürlich auch nur wenn man gleichzeitig Künstler und Labelbesitzer ist, schon klar. Ich denke die Strategie ist aufgegangen, wenn ich mir die Lobeshymnen auf Twitter oder facebook so durchlese… Und wenn man es mit solchen News selbst auf eine Seite wie Torrentfreak schafft (ohne das es dort einen Download Link gibt ;) ), sagt das ja auch schon einiges aus.

Hier kann man sich das sehr weirde Video zu Anomaly reinziehen, das Album kann man im Noisia Store anhören und, na klar, kaufen.

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