dBridge und die Tracklist

Die Arbeit mit und an einer Tracklist kann bei mir schon mal richtig viel Zeit in Anspruch nehmen.

Euer sonntäglicher Lesestoff kommt diesmal von Exit Boss dBridge, der sich ein paar Gedanken über die Tracklist gemacht hat. Er und auch viele andere große Namen wie ASC oder Presha veröffentlichen ihre Mixe kategorisch immer ohne eine Tracklist, “because it’s more fun this way”.

Sein Text handelt viel von “früher”, also der Zeit von vor 10 oder 20 Jahren als DJs noch Dubplates gespielt haben und man seinem Plattenhändler Melodien ins Ohr gesummt hat, die der dann als Track wiedererekennen sollte. Ich finde aber er bringt diese Aspekte gut in die Jetzt-Zeit und spricht einige wichtige Punkte an, über die es sich mal nachzudenken lohnt.

http://exitrecords.tumblr.com/post/141368031816/track-lists

4 comments

  1. william stutter

    nostalgische aspekte hin oder her, ich denke primär der letzte abschnitt, nämlich die frage, was einen deejay im online-zeitalter eigentlich noch unique macht plus die erkenntnis, dass einem nichts geschenkt wird und er sich seinen status quo selbst hart erarbeiten musste, gibt aufschluss über seine vorgehensweise der geheimhaltung und ist für mich nachvollziehbar. auch wenn dabei die rein technischen fähigkeiten eines deejays und vorallem die kunst der gesammtgestaltung eines sets inklusive systematischem aufbau mit rotem faden etc. ungeachtet bleiben, während exklusive tracks wahrlich kein garant für gute sets als solches sind, imho.
    mit “groove” wird dann wohl grooverider gemeint sein, oder ? wäre ja krass, wenn das interview tatsächlich solche konsequenzen mit sich gezogen hätte. dass produzenten irgendwann zu ihren gunsten selbst mal ran an die decks wollten, hat sich ja aber in so ziemlich jeder entsprechenden musikalischen bewegung früher oder später durchgesetzt. da kann man von halten was man will, aber diese entwicklung grenzt an logik.
    btw: ob sich loxy auch so viele gedanken um seine tracklists macht ? :D

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    • georg

      danke für’s Verlinken, @Robyn, ich hab Deinen Post schon vor ner Woche gelesen und dann darüber nachgedacht. Bin mir immer noch unsicher, was ich von DBridges Aussage halten soll. Mixed feelings ;-) Einerseits kann ich seine Einstellung irgendwie nachvollziehen, weil in Zeiten vor Web 2.0 und so das Suchen nach bestimmten Tracks echt anstrengend werden konnte und man etwas unbedingt finden wollen musste, sonst klappte es meistens nicht. Und selbst dann hat es bei mir viel zu oft nicht hingehauen. Ich habe viele Tracks immer noch nicht herausgekriegt, wahrscheinlich werd ich das nie schaffen :D Auf der anderen Seite finde ich die Attitüde, die sich im letzten Absatz zeigt, ziemlich arrogant:
      “Maybe it’s my age and the era in which I grew up in, with some of the historical points I’ve made, that’s given me this perspective. I believe the internet has made many aspects of music a lazy act, from presets to templates and apps to the art of mixing itself, and, let’s be honest. It’s not that hard. So what do you have left as a Dj? Selection. Therefore I’m of the belief that, why should I do the hard work for you? No one did it for me.”
      In Zeiten, in denen DJing zu einer Alltags- und Amateurpraxis geworden und der Zugang zu guter Musik so einfach ist wie heute, ist das Geheimhalten von Tracks die letzte Bastion des alten DJ-Typs wie DBridge. Da zeigt sich für mich ein Generationswechsel, den er nostalgisch betrauert. Und es klingt für mich auch so, als würde er es keinem Nachwuchs-DJ gönnen, seine Tracks herauszufinden. Als müsste jeder DJ genau die Stationen durchlaufen, die er durchlaufen musste, genau die gleichen Probleme überwinden usw. Das ist doch ein ziemlich konservatives Bild von einem DJ, das heute möglicherweise auch nicht mehr so zutrifft – oder nur noch in bestimmten Underground-Kontexten. Und das als generelle Einstellung finde ich eher schade, weil dann geht es DBridge nur darum, seinen eigenen Status zu sichern, in gewisser Weise egoistisch zu handeln und andere auszuschließen. Da schwingt auch Enttäuschung und etwas Bitterkeit mit, finde ich; das merkt er dann am Ende auch selber:
      “Rant over. x”

      Hmm, vielleicht sollte ich selber einen Blogeintrag dazu schreiben, merke ich gerade ;-) Danke auf jeden Fall für’s Ausgraben des Links!

      Cheers

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      • Robyn

        Ja, dieser letzte Part kommt arrogant rüber, wenn man ihn so betrachtet wie du. “lazy” könnte man aber auch dBridge himself vorwerfen, wenn er sich nicht die Mühe macht eine Tracklist anzufertigen. Und auch auf facebook gab es viele Kommentare die sagten: “Ohne Tracklist höre ich mir Mixe nicht mehr an!”. Das kann sich dann halt nur ein dBridge erlauben.
        Aber ja: Ich freue mich über deinen Blogeintrag zu dem Thema! ;)

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  2. Robyn

    Ja, denke auch das mit Groove Grooverider gemeint ist. Alles andere würde keinen Sinn ergeben. Ansonsten kann ich dir nur zustimmen. Und Loxy und Gedanken um Tracklists?! Vielleicht würde er mit nicht einfach denselben Song zwei Mal in einem Mix spielen?! :D

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