Skream – Outside The Box [TEMPACD016]

Das Album beginnt erstmal mit den Ambient Stück “Perforated”, was mich direkt an Boards Of Canada erinnert hat. Das ist also DER Skream? Wo bleiben die Dancefloor Kracher? Von diesem Gedanken muss man sich wohl zwangsläufig verabschieden wenn man immer weiter in die Welt von Skream eintaucht, denn das hier ist ein Album und keine Ansammlung von Singles.

Weiter geht’s mit Baggy Hose trifft auf Game Boy. Was? Da denkt ihr gleich an Spank Rock?
Naja, “8 Bit Baby” mit Murs ist doch etwas aufgeräumter und weder der Beat an sich noch die Raps von Murs können mich jetzt so richtig vom Hocker hauen, solide.
Auch “CPU” besticht durch Computer Sounds und dazu gesellt sich noch eine Roboter Stimme, die bauptet sie sei mein Computer. Ich mag den Track sehr, auch wenn er eher einfach gehalten ist. Hier passen einfach Idee und Ausführung perfekt zusammen.
Wagen wir uns mal in weitere Pop Ausflüge von Herrn Jones: “Where You Should Be” hat ein Feature von Sam Frank auf Helium plus heftige Effekte auf der Stimme und das auch noch über einen 80er-Synthie-Dudel-Beat von Skream. Not my cup of tea. Viel besser gelingt ihm da die Zusammenarbeit mit La Roux auf dem Stück “Finally”. Der Track baut sich schön auf, ihre Vocals passen perfekt und das ganze klingt wirklich mehr nach Symbiose zweier Artists als nach Feature. Könnte (auch gerade wegen der Bekanntheit von La Roux) ein echter (Radio-) Hit werden.

“How Real” mit der Sängerin Freckles ist ein fröhlicher Garage Tune, der leicht kitschig wirkt, was aber insgesamt sehr gut passt.
“Fields Of Emotion” und “I Love The Way” dürften regelmäßigen Zuhörern der “Stella Sessions” geläufig sein, beide haben einen schönen Aufbau, super Melodien (“I Love The Way” auch noch ein sehr passendes Vocal) und bestechen durch einen schönen zweiten Drop. Besonders der Switch bei “I Love The Way” ist einfach großartig. Gänsehaut garantiert!
“Listenin’ To The Records On My Wall” und “The Epic Last Song” sind zwei 140 BPM Jungle Nummern, die an Skream’s “Burnin Up” anschließen. Auch hier wurde wieder viel Wert auf gute Melodien gelegt (manch einer mag sie als “fiepsig” oder “nervig” empfinden).
Na, da isser ja endlich. “Wibbler” ist die Dancefloor Bombe auf dem Album und einer von diesen 30 Songs (Metal Mouth, Guitar Hero, What The Fuck You Looking At…) die alle fast gleich klingen. 16 Bar Intro, eine verrückte Bass Melodie die an Coki erinnert und dann noch ordentlich Sub. Mir zu einfach gestrickt.
“Metamorphosis” ist ein sehr minimaler Dubstep Tune, der dafür aber durch einen tiiefen Bass besticht.

“Reflections” ist eine Zusammenarbeit mit den Autonomic Helden Instra:mental & dBridge und genauso klingt das Ganze dann auch. Eine wunderbare Melodie, eine schöne langgezogene Bassline und ein harmonisches Gesamtbild runden dieses Meisterwerk auf 170 BPM ab.
“A Song For Lenny” kommt dann wieder ohne Beats aus, eine reine Ambient Nummer, aber der Titel sagt eigentlich alles.
Wer (wie ich) das Glück hatte die Special Edition zu ergattern, der kann sich über die Bonus CD mit 6 weiteren Tracks freuen. Es gibt wieder melancholischen, schönen 2-Step mit Freckles “Give You Everything”, treibenden, bösen und soliden Dubstep mit guten Melodien (“Do U Know”, “Amity Step” & “Organic”) und zwei Dancefloor Tracks (“Stand Up”, “WTF”).

Wer sich jetzt anguckt, wie oft das Wort “Melodien” in obigem Text auftaucht wird feststellen worum es Skream bei diesem Album gegangen ist. Musikalische Perlen in ein schönes Gesamtpaket verpacken. Und das ist ihm sehr gut gelungen. Zu seinem ersten Album ist das hier natürlich ein Quantensprung auch wenn der Vergleich hinkt, da “Skream!” einfach den Sound der damaligen Zeit repräsentiert. Ich kann das Album jedem nur uneingeschränkt empfehlen, allein schon wegen “I Love The Way”, “Listenin To The Records On My Wall”, “Reflections” und “Finally”.

Audio Clips und Kaufmöglichkeit bei digital-tunes oder hardwax.

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