Versatility

Im Moment scheint sich im Dubstep ziemlich viel um Party und Futter für den Dancefloor zu drehen. Wenn ich mir meine Vinyl Bestellung des letzten Monats angucke, fällt mir auf, dass da viel mehr so genannter “deeper” Kram von Scuba oder Faib dabei ist, und eigentlich nur ein wirklicher Party Track von Bar9. Die Ausbeute der letzten 3 Wochen Plattenkaufen sieht auch nicht anders aus. Eine Scuba 10″ und eine 12″ von F & Headhunter… Der Rest verschwindet irgendwie so schnell wieder aus meinem Hirn wie er eingedrungen ist und ist… ja: belanglos.

Und auf den Partys auf denen ich aufgelegt habe werde ich gefragt, ob ich was von Rusko oder Borgore spielen kann. Letzerer hat sogar schon sein eigenes Sub-Genre namens “Gorestep” bekommen und hört man sich seine Produktionen mal an, trifft der Name voll ins Schwarze: Dubstep wird auf stupiden Wobbel reduziert, kurzes Intro, heftiger Drop und dann eine möglichst “verrückte” Bassline, die sich zwar krank anhört, der es aber deutlich an Sub-Bass mangelt. Der Mann hat in zig Bands gespielt und ist ausgebildeter Musiker? Toll, warum nutzt er dieses Wissen und diese Musikalität nicht um mal einen anderen Tune zu basteln als immer nach “Schema F” zu produzieren und durch “Hauptsache krass!” aufzufallen.

Ein gutes Beispiel ist auch Caspa mit seinem Label Dub Police. Ich besitze fast alle der ersten 20 Releases auf diesem Label und die, die ich nicht besitze, die will ich haben. Aber wenn ich mir diesen Mix hier anhöre, dann muss ich sagen Caspa signed nur noch Tracks die wie schlechte Klone seiner eigenen Produktionen klingen und wobbelt sich so in die Bedeutungslosigkeit.
Zu meinem Glück verfolgt Caspa noch eine andere Strategie, nämlich Dancefloor Futter auf der A-Seite, schöner, deeper Track auf der B-Seite und so gesellt sich doch immer wieder die eine oder andere Dub Police Scheibe in meine Sammlung. Ich bekomme jedes Mal wieder Gänsehaut wenn ich Rusko’s Acton Dread auflege, aber mit seinen neuen Tunes hat das wirklich gar nichts mehr zu tun.

Als positives Beispiel seien da noch 16Bit genannt. Den beiden “verzeihe” ich sowas wie Panic oder Chainsaw Calligraphy wenn ich sowas wie ihren Twice Remix oder ihren Remix für Lisa Gerrard höre.
Auch sehr schön ist folgender Song:

Wie perfekt die “Motten-Geräusche” nachgemacht wurden und in einen Tune verpackt wurden. Da merkt man die Musikalität und das Können zweier Musiker einfach mal etwas anderes zu produzieren als den neuesten Dancefloor Banger.

///Rant over, ich gehe jetzt wieder Boards Of Canada hören///

3 comments

  1. OI

    ok,

    ich kann verstehen was du schreibst und das es dich nervt das nicht so viel kram rauskommt wo du sagst “yäääa,thats the shit!!”
    aber du gehörst scheinbar zu einer minderheit, und der großteil der dubstep hörer feiert den ruffen party step ab,Was man na schon an den”plays” der youtube videos sehen kann, was die leute sich anhören.

    ich persönlich find auch nich alles von borgore toll(und wenn er wirklich so talentiert und musiklaisch ist wird er über kurz oder lang sein spektrum schon noch erweitern sei es mit den oder anderen projekten), aber son paar smasher sind schon dabei, genau wie bei 16 bit, rusko, caspa und co..

    fakt ist das es so oder so viel zu viel gute musik gibt, ich beziehe mich da nich nur auf dubstep.
    greetz

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  2. Speciez und so

    musikalisch hat dubstep viel zu bieten –

    auf vielen partys wollen die raver ihre stupiden wobble smasher hören –

    dementsprechend gibts mehr produktionen “on demand” / cash flow orientiert –

    das ist vllt – ok/unvermeidbar/schon dagewesen –
    in anderen genres oder in UK wo Dubstep groß ist, aber hierzulande?

    gefällt mir nicht, diese entwicklung

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